Antigua & Barbuda

Josi_1090210Bei Dunkelheit haben wir natürlich sehr weit draußen in der Bucht geankert, jetzt bei Tageslicht wollen wir uns erst mal etwas weiter rein verlegen, damit die Wege mit dem Dingi nicht so sehr lang sind.
Dabei machen wir ein Schiff aus das aussieht wie Lili´s Schwester. Und das stimmt auch, es ist die Josi mit Jürgen und Ingrid an Bord. Ihr Schiff wurde zwei Jahre vor unserem auf der Motiva Werft gebaut und doch ist so vieles anders. 23 Jahre sind sie bereits unterwegs und jetzt auf dem Weg nach Europa, noch einmal über den Atlantik, noch etwas Mittelmeer vielleicht und dann in den Norden, die alte Heimat.
Natürlich haben die beiden jede Menge zu erzählen, auch sind sie ganz liebe Menschen und so verbringen wir einige nette Nachmittage und Abende auf Josi oder Lili wo wir, Geschichten hören, die Damen Rezepte austauschen und die Jungs sich mit technischem Kram auseinandersetzen.
Im nachhinein denken wir manchmal, dass es vielleicht alles so sein musste, dass wir in St. Martin nicht loskamen. Wären wir früher gekommen hätten wir die Josi vielleicht nicht getroffen und das wäre sehr schade gewesen.
Wer nicht hier ist, sind unsere Schweizer Freunde. Über Funk kommen wir in Kontakt, sie sind die Nachbarinsel Barbuda angelaufen und haben dort einklariert, was deutlich umständlicher ist (Der Gedanke mit Barbuda kam mir in der Nacht auch aber wir wollten lieber nach Jolly Harbour).
Dann sehen wir uns eben in Barbuda wieder ;-) .
P1070968Das Einklarieren wird auch in Jolly zur Show. Zuerst einmal macht mich einer der Beamten zur Schnecke warum ich erst jetzt komme, obschon wir gestern Nacht bereits Anker geworfen haben. Das Gesetz spricht da klare Worte (innerhalb 24 Stunden) und in so fern habe ich mir definitiv nichts vorzuwerfen. Nachdem andere Dinge noch mehr Aufrur erregen wird es kurzzeitig sehr voll im Office. Da taucht einmal der Chef mit einer beeindruckenden Dienstmarke auf und stellt mir ziemlich seltsame Fragen.  Später kommen noch einge Polizeibeamte hinzu.
Als sich alles klären läßt wird der Ton versöhnlicher und heute freuen sich die Beamten über ein Wiedersehen und wir werden behandelt wie alte Freunde.
Nach einer Woche segeln wir gemeinsam mit der Josi (die leider schneller ist ;-(( ) die 32 Sm nach Barbuda.

P1070114Dort erwartet uns der karibische Traum, ein weißer, menschenleerer Sandstrand namens Cocoa Point, der sich palmengesäumt am türkisfarbenen Wasser entlangschlängelt. Um uns herum kristallklares Wasser, Schildkröten und Fische. Abends laufen einige wildlebende  Pferde mit ihren Fohlen den Strand entlang.
Es geht der Spruch „Antigua ist schön, wenn man Barbuda nicht kennt“.
Patrik klettert fleißig auf die Palmen so dass wir Kokossnüsse satt haben und unsere Damen kreieren abwechselnd zauberhafte Gerichte in den Kombüsen. Ein paar kleinere Reparaturen werden in aller Ruhe erledigt, dazwischen baden, am Strand entlanglaufen, mit dem Dingi mal zu einem der wenigen Nachbarn fahren… So läßt sich leben
So könnte das Paradies aussehen,
Aber auch so eine Zeit geht irgendwann vorbei.
Langsam gehen die Vorräte zur Neige und so beschließen wir, während die Josi sich auf den Weg in den Norden macht, wieder nach Jolly Harbour zu segeln.
Dort wird erst mal ordentlich eingekauft und gleichzeitig auch unser Visa verlängert, denn wir wollen auch noch rund Antigua segeln.
Und so nimmt das Verhängniss seinen Lauf.
Über die nördliche Seite wollen wir durchs Riff nach Long Island, aber dann dreht der Wind so auf, natürlich genau gegen an und wir müssten jetzt durch einen langen schmalen Riffkanal. Wir brechen kurzerhand ab und legen uns in der Dickensbay vor Anker. Kluge Entscheidung denn am nächsten Tag geht es bei hochstehender Sonne und gemäßigtem Wind deutlich entspannter in die kleine Bucht von Long Island direkt vor ein Ressort. Ist zwar alles sehr hübsch, kann aber mit Barbuda nicht mithalten, zudem nervt irgendwo ein ständig laufender Generator.

So geht es nach zwei Tagen weiter, ganze 17 Sm nach Green Island wo wir an einer Muringtonne festmachen. So ein paar Tage wollen wir hierbleiben, das läuft natürlich mal wieder ganz anders.
Vor uns fahren den ganzen Tag Kitesurfer herum. Gespannt und ein wenig neidisch schauen wir zu. Ja, würde schon mal reizen, sieht aber nicht ganz so einfach aus. Wir kommen mit den Kitern ins Gespräch und da es hier auch noch eine Kiteschulegibt, an der ein deutsches Pärchen beteiligt ist, fällt die Entscheidung ziemlich schnell, wir machen einen Kurs.
Ab jetzt gibt es nur noch ein Thema unter uns vieren, kiten.

Am 04.06. sind wir hier angekommen und erst am 23.7. werden wir die Bucht, unser Kiterevier verlassen. Unsere Vorräte sind wieder zur Neige gegangen und unser 3 Monats Visum für Antigua läuft aus. Auserdem sind wir schon lange in der Hurricansaison.
Viel haben wir erlebt, die Natur genossen, neue nette Menschen kennengelernt und einen neuen Virus gefangen ;-) . Jetzt steht erst einmal Arbeit im Vordergrund, es gibt einiges am Schiff zu tun.
Von Antigua segeln und motoren wir direkt nach Martinique.