Statia (St. Eustacia)

Es sind nur 24 Seemeilen, also ein kleiner Hops, so dass wir am 01.04. erst  um 9.00 Uhr Anker auf gehen und mit Kurs 286° Oranjestaad auf Statia anpeilen.
Bei 2 – 3 Windstärken aus Ost laufen wir erst unter Motor und setzten eine halbe Stunde später die Segel, lassen den Motor aber noch an, da der Watermaker noch läuft.
Nach Mittag läßt der Wind dann schon wieder etwas nach und um 13:45 Uhr sind wir an einer Mooring fest.
_1090140Patrik und ich fahren gleich zum einklarieren was angenehm problemlos bei einem recht fröhlichen jungen Zollbeamten abläuft.

Glücklich über die freundliche Abwicklung der Bürokratie verlassen wir den Container, in dem sich die Büros der Beamten befinden und betreten ein paar hundert Meter die Straße hinunter den Vorgarten eines Holzgebäudes. Darin befindet sich das Büro der Parkrangers. Hier kann man sich über Fauna und Flora der Insel informieren und auch einen Chip für die Wanderstrecken auf der Insel kaufen.
Man könnte die Pfade sicher ohne irgend ein Problem auch ohne Chip entlangtraben. Die Einnahmen dienen aber dem Erhalt der Natur auf der Insel und den umliegenden Küstengewässern. Hier achten Ranger darauf, dass gewisse Regeln eingehalten werden in dem sie die Einwohner und Besucher über ökologische Zusammenhänge aufklären.
Auch werden Informationstage organisiert und 2 Tage findet ein solcher über den Skorpionfisch (Lionfish) statt, wo bei freiem Eintritt von Fachleuten erklärt wird warum dieser Fisch der aus dem Pazifik eingeschleppt wurde in den karibischen Gewässern ein Problem darstellt und auch wie man ihn fischen bzw. eher jagen kann, denn er wird fast ausschließlich harpuniert.
Als Höhepunkt gibt es zudem noch Kostproben von verschieden zubereitetem Lionfish.
Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen und dass wir dort waren haben wir sogar schwarz auf weiß, – aber jetzt greife vor denn das kommt erst in der nächsten Episode.
Patrik stellt eine rechtliche Frage, er würde ja zu gerne Lionfish harpunieren, aber uns Seglern ist das harpunieren in diesem Seegebiet und auch den meisten anderen, strikt untersagt. Wird man auch nur mit einer Handharpune im Dingi von dem Pendant der Wasserschutzpolizei angetroffen, kommt man in arge Erklärungsnöte.
Diese Frage hatten sich die Ranger noch nie gestellt und waren für den Hinweis sichtlich dankbar, wenngleich sich sicher keine schnelle Lösung hierzu finden wird.
Zum Abschluss dieses informativen und interessanten Tages entschließen wir uns spontan für einen Sundowner in einer der vielen Bars und Restaurants. Sowohl die Wahl des Restaurants, das zur Happy Hour (die die Getränke bezahlbar macht ;-) ) eher an eine Beachbar erinnert, als auch die Getränkewahl „Painkiller“  entpuppen sich als ausgezeichnet und es war nicht unser letzter Besuch.

Trotz der gekauften Chips, verzichten Anke und ich auf ein Wanderabenteuer, es ist uns einfach zu heiß und die Steigungen schon alleine zum Ort, sind enorm.
P1070017Stattdessen versuchen wir einen Supermarkt auszumachen und laufen stundenlang durchs Dorf.
Die wenigen Menschen denen wir begegnen (meist im Auto) grüßen uns als ob wir Nachbarn wären. An anderen Orten herrschen offenbar Ziegen über Haus und Hof :-) .
Wir treffen auf noch eine Einrichtung die offenbar von jungen engagierten Niederländern betrieben wird um Kindern hier auf der Insel Zugang zu Computern und Internet zu bieten, was vielen Familien finanziell schlicht unmöglich ist.
Appropos Internet, es gibt praktisch nur einen Anbieter von dem wir auch ein Ticket kaufen, aber selbst der Versand von Textemails ist fast nicht möglich, geschweige den Webseiten zu öffnen.

Die Osterfeiertage kommen und an der Straße entlang der Küstenlinie werden Stände aufgebaut.
Jeder Stand hat eine eigene PA Anlage die durchaus einen kleinen Fußballplatz beschallen könnte. Und jeder spielt seine eigene Musik. Nein, mit Musik hat das insgesamt wirklich nichts mehr zu tun, selbst draußen vor Anker zittert noch das ganze Schiff vom wummern der Bässe.
Langsam wird es Zeit weiterzuziehen. Während die Libras noch die nächste Niederländische Insel Saba besuchen wollen, entschließen wir uns nach Lektüre des Handbuchs doch gleich weiter nach St. Martin zu segeln. Nach ein paar Tagen wollen wir uns dort wieder treffen.